Wenn man sich das typische Bild eines Mittelaltermarktes vor Augen hält - Zelte, Zelte und nochmal Zelte - könnte man denken, dass Reisen im Mittelalter gang und gäbe waren. Doch meistens blieben die Menschen so ziemlich genau da, wo sie geboren worden waren. Auf den Straßen der mittelalterlichen Welt, die lediglich etwas bessere Feldwege waren, waren meist nur Boten, Händler, Pilger, fahrende Sänger und Vogelfreie unterwegs.
Die schnellste Art zu reisen war per Segelschiff. Flussschiffe, die von Packtieren gegen den Strom gezogen werden mussten, waren schon wesentlich langsamer. Reitpferde waren wertvoll, daher auch selten und wurden hauptsächlich von Adligen genutzt. An einem Tag konnte man so ca. 60 bis 80 Kilometer zurücklegen. Ein Ochsenkarren brachte es durchschnittlich auf etwa 5 km/h - etwa so schnell wie ein Fußgänger - und schaffte am Tag maximal 40 Kilometer.
Anlässe für Reisen waren nicht wie heute Erholung und Vergnügen, sondern überwiegend praktischer Natur: eine Pilgerfahrt, ein Heereszug, die Abgabe des Zehnten an den Lehnsherren, eine Eheschließung und damit auch der Umzug der Braut in den neuen Haushalt, eine zu überbringende Botschaft und so weiter.
Reisen waren immer auch eine Gefahr für Leib und Leben. In den damals noch ausgedehnten und nahezu undurchdringlichen Wäldern lauerten neben Raubtieren auch Gesetzlose auf Beute. Eher selten bekam man die Gelegenheit, seine Vorräte aufzufüllen oder mit einem Dach über dem Kopf die Nacht zu verbringen. Bei schlechtem Wetter und schwierigen Wegeverhältnissen riskierte man Krankheiten und Verletzungen, die wegen der dürftigen medizinischen Versorgung schnell auch mal zum Tod führen konnten.
Lasst uns also das nächste Mal, wenn wir gemütlich mit einem Becher Met ums Feuer sitzen, dankbar sein, dass wir nach einem Wochenende im "Mittelalter" einfach gemütlich in unsere Autos steigen können und in ein, zwei Stunden gleich wieder zuhause sind.
Gott zum Gruße!
HvW
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Reisegeschwindigkeit
Sonntag, 13. Januar 2013
Freitag, 10. August 2012
Urlaubs-Lesefutter für Ritterfreunde
Für alle, die dazu bereit sind, sich auf Kreuz
Diesmal folgen wir Kommissar Weinzierl und Pressefrau Jo Kennerknecht auf der Suche nach einem Mörder, der auf dem Kaltenberger Ritterturnier sein Unwesen treibt. Sein letztes Opfer hat den eigentlich tödlichen Lanzenstoß knapp nebens Herz nur mit viel Glück überlebt...
Viel Spaß beim Lesen wünscht Euch
HvW
Montag, 23. Juli 2012
Bericht: Lager auf dem Bürgerfest Friedenfels
Datum: 21./22.7.2012
Ort: Friedenfels
Anlass: Bürgerfest
Wetter: Samstag bewölkt bis regnerisch, ca. 15 Grad, Sonntags sonnig bei ca. 20 Grad.
Speiseplan: Samstag abends Schaschlikspieße und dreierlei Fleisch vom Grill mit verschiedenen Tunken, Sonntag mittags gab es das fast schon traditionelle Gulasch, das über dem Feuer gegart immer irgendwie besser schmeckt als sonst.
Besonderes: Der Aufbau von Zelt und Nebenzelt fand bereits am Donnerstagabend statt. Der tatsächliche Lagerbeginn wurde wegen der ungemütlichen Wetterlage von Freitagabend auf Samstagnachmittag verschoben. Höhepunkt des Lagers war eindeutig der abendliche Fackelzug der Grex über das Bürgerfestgelände, der uns sehr viel Aufmerksamkeit einbrachte, natürlich auch dank der weithin hörbaren Trommelbegleitung unseres Spielmanns Kai. An dieser Stelle noch einmal ein herzliches "Vergelt's Gott!" an unser freiwilliges Schandgeigen-Opfer!
Gott zum Gruße,
HvW
Ort: Friedenfels
Anlass: Bürgerfest
Wetter: Samstag bewölkt bis regnerisch, ca. 15 Grad, Sonntags sonnig bei ca. 20 Grad.
Speiseplan: Samstag abends Schaschlikspieße und dreierlei Fleisch vom Grill mit verschiedenen Tunken, Sonntag mittags gab es das fast schon traditionelle Gulasch, das über dem Feuer gegart immer irgendwie besser schmeckt als sonst.
Besonderes: Der Aufbau von Zelt und Nebenzelt fand bereits am Donnerstagabend statt. Der tatsächliche Lagerbeginn wurde wegen der ungemütlichen Wetterlage von Freitagabend auf Samstagnachmittag verschoben. Höhepunkt des Lagers war eindeutig der abendliche Fackelzug der Grex über das Bürgerfestgelände, der uns sehr viel Aufmerksamkeit einbrachte, natürlich auch dank der weithin hörbaren Trommelbegleitung unseres Spielmanns Kai. An dieser Stelle noch einmal ein herzliches "Vergelt's Gott!" an unser freiwilliges Schandgeigen-Opfer!
Gott zum Gruße,
HvW
Mittwoch, 20. Juni 2012
Bericht: Lager auf dem Mittelalterspectaculum Bärnau
Datum: 15.-17.06.2012
Ort: Bärnau
Anlass: 7. Marktspectaculum zu Bärnau anno domini 2012
Wetter: Freitag leicht bewölkt, 23 Grad. Samstag sonnig bis 30 Grad, abends bewölkt. Sonntag sonnig mit 30 Grad. Herr Petrus, wir danken dir!!!
Speiseplan: Freitagabend füllten frisches Brot, Griebenschmalz sowie Wurst und Käse die Bäuche der Ritter und Edelfrauen. Am Samstagmittag blubberte gar köstlicher Gemüseeintopf mit Fleischbeilage über dem Feuer, der abends von Würsten, Fleisch und anderem Grillgut abgelöst wurde. Sonntags vernichteten die hungrigen Lagerteilnehmer das restliche Brot mit verschiedensten Belägen.
Besonderes: Der Lagerplatz war etwas knapp bemessen, doch nach anfänglicher Tetris-Einlage standen bald sämtliche Zelte, Sonnensegel und Feuerstellen zur Zufriedenheit ihrer Besitzer. Vor allem die Sonnensegel waren bitter nötig, da in den Zelten alsbald saunaähnliche Temperaturen herrschten, die so manchen Kopfschmerz auslösten.
Beim Gruppenumzug durch Bärnau gab es wiederum Tetris, diesmal in den engen Altstadtgassen zur richtigen Anordnung der Lagernden. Ein Dudelsackspieler vor uns stimmte dazu sogar die passende Melodie an - die Lacher hatte er damit auf seiner Seite. Daumen hoch!
Unser eigener Spielmann bearbeitete sein Instrument mit derartiger Begeisterung, dass ihm dabei beide Stöcke zu Bruch gingen...
Insgesamt ein wunderschönes, friedliches und stimmungsvolles Lager, das wir jederzeit wieder mit Freuden besuchen werden. Weitere bildhafte Eindrücke findet Ihr in unserer Fotogalerie.
Gott zum Gruße,
HvW
Ort: Bärnau
Anlass: 7. Marktspectaculum zu Bärnau anno domini 2012
Wetter: Freitag leicht bewölkt, 23 Grad. Samstag sonnig bis 30 Grad, abends bewölkt. Sonntag sonnig mit 30 Grad. Herr Petrus, wir danken dir!!!
Speiseplan: Freitagabend füllten frisches Brot, Griebenschmalz sowie Wurst und Käse die Bäuche der Ritter und Edelfrauen. Am Samstagmittag blubberte gar köstlicher Gemüseeintopf mit Fleischbeilage über dem Feuer, der abends von Würsten, Fleisch und anderem Grillgut abgelöst wurde. Sonntags vernichteten die hungrigen Lagerteilnehmer das restliche Brot mit verschiedensten Belägen.
Besonderes: Der Lagerplatz war etwas knapp bemessen, doch nach anfänglicher Tetris-Einlage standen bald sämtliche Zelte, Sonnensegel und Feuerstellen zur Zufriedenheit ihrer Besitzer. Vor allem die Sonnensegel waren bitter nötig, da in den Zelten alsbald saunaähnliche Temperaturen herrschten, die so manchen Kopfschmerz auslösten.
Beim Gruppenumzug durch Bärnau gab es wiederum Tetris, diesmal in den engen Altstadtgassen zur richtigen Anordnung der Lagernden. Ein Dudelsackspieler vor uns stimmte dazu sogar die passende Melodie an - die Lacher hatte er damit auf seiner Seite. Daumen hoch!
Unser eigener Spielmann bearbeitete sein Instrument mit derartiger Begeisterung, dass ihm dabei beide Stöcke zu Bruch gingen...
Insgesamt ein wunderschönes, friedliches und stimmungsvolles Lager, das wir jederzeit wieder mit Freuden besuchen werden. Weitere bildhafte Eindrücke findet Ihr in unserer Fotogalerie.
Gott zum Gruße,
HvW
Sonntag, 3. Juni 2012
Karl der Große und das Fragezeichen
Alle von euch, die mehr über Schrift
im Mittelalter wissen wollen, möchte ich einen kurzen Blick auf die
vorherrschende Buchschrift dieser Zeit werfen lassen: die karolingische
Minuskel. Wie der Name bereits vermuten lässt, entstand sie zur Zeit und unter
Einfluss Karls des Großen (ca. 747 – 814 n. Chr.) und prägte über 400 Jahre
lang die Schriftkultur Europas.
Zu ihrer Entstehung gibt es die
unterschiedlichsten Vermutungen über Ort und Zeit, da leider kein Schriftstück
erhalten ist, das diese Faktoren eindeutig bestimmen würde. Tatsache ist jedoch,
dass die karolingische Minuskel im Zuge von Karls Bildungsreform auftauchte.
Da Karl der erste durch einen Papst
gekrönte Kaiser war, beabsichtigte er durch die Reform nicht nur die Verwaltung
seines riesigen Frankenreiches zu verbessern, sondern vor allem die
Christianisierung voranzutreiben. Er wollte, dass möglichst viele Menschen die
Bibel lesen und auch verstehen konnten. Denn nach Karls Ansicht war es
unmöglich, ein gottgefälliges, auf die Erlösung ausgerichtetes Leben zu führen,
wenn fehlerhaftes Wissen zwischen dem Menschen und Gott stand. Weisheit war für
ihn ein Wegweiser zum ewigen Leben.
![]() |
| Abb. aus: Funke, Fritz: Buchkunde. Die historische Entwicklung des Buches von der Keilschrift bis zur Gegenwart. München 2006, S. 31 |
Deswegen mussten die vielen
regionalen Dialekte und unterschiedlichsten Schriftbilder durch eine gemeinsame
Gelehrtensprache – das Lateinische – sowie eine einheitliche Schrift ersetzt
werden. Karl bemühte sich aber nicht nur um das Lateinische, er versuchte auch,
die Volkssprache in geregeltere Bahnen zu lenken. Unter ihm wurden erstmals
deutsche Heldenlieder schriftlich festgehalten, er gab den Monaten und Winden
deutsche Namen und wagte überdies den Versuch einer fränkischen Grammatik.
Bildung war in Karls Verständnis
nicht nur zum reinen Erlangen von Wissen da, sondern sollte ein tieferes
Verständnis der christlichen Lehre vermitteln sowie den Geistlichen eine
angemessene Durchführung der Gottesdienste ermöglichen.
Um dieses Wissen also möglichst weit
zu verbreiten, war die Schrift ein wichtiges Instrument, da mit ihr Lehrbücher
erstellt und vervielfältigt wurden. Einfach sollte sie sein, klar und leicht
lesbar, um nicht vom Inhalt und der Idee dahinter abzulenken. Außerdem: je
lesbarer und deutlicher die Schrift, desto einfacher und fehlerloser war sie
abzuschreiben – selbst von ungeübten Schreibern.
Die Schrift, die all das möglich
machen sollte, wurde die karolingische Minuskel, auch „Carolina“ genannt. Um
das Jahr 800 herum taucht das erste heute noch existierende Schriftstück in
karolingischer Minuskel auf. Sie verbreitete sich innerhalb Karls gewaltigem
Reich von Frankreich aus über Deutschland, die Schweiz und Oberitalien bis weit
nach Skandinavien, Spanien, England und schließlich auch Süditalien aus. Aber
ob sie nun von Karl selbst stammte, aus einem der Klöster – die im Mittelalter fast
als Einzige Lese- und/oder Schreibkundige ausbildeten – oder in Karls Hofschule
erfunden wurde, wird wohl für immer im Dunkel der Geschichte verborgen bleiben.
Wichtig ist jedoch, dass wir der
karolingischen Minuskel eine ganze Menge verdanken: mit ihr wurden erstmals
Wörter durch Lücken voneinander getrennt, das Schriftbild wurde dank dickeren
Grundstrichen und dünneren Haarstrichen viel lesbarer, die Anzahl ineinander übergehender
Buchstaben nahm ab, im 12. Jahrhundert wurde das w erfunden und das
Fragezeichen eingeführt.
Ohnealldieseneuerungenuuæredaslesenfuerunsganzschœnanstrengendoder?
Quellen:
Becher, Matthias: Karl der Große. München 1999.
Förster,
Hans / Frenz, Thomas: Abriss der lateinischen Paläographie. Stuttgart 2004.
Funke,
Fritz: Buchkunde. Die historische Entwicklung des Buches von der Keilschrift
bis zur Gegenwart. München 2006.
Restituere, renovare, reformare – Die
karolingischen Reformen – Ein Überblick. URL: http://www.tu-dresden.de/sulcifra/frankreich/ma/spgesch/karolref.htm [21.1.2004 /
27.3.2008 14:38, jetzt inaktiv].
Von den Steinen, Wolfram: Der Neubeginn. In: Bischoff,
Bernhard / Braunfels, Wolfgang (Hrsg.): Karl der Große. Lebenswerk und
Nachleben. Das geistige Leben. Bd. 2. Düsseldorf 1965.
Dieser Post beruht auf meiner Hausarbeit für das Fach Buchwissenschaft im Wintersemester 2007/2008 an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen.
Stichwörter:
Bücher,
Karl der Große,
Karolingische Minuskel,
Lesen,
Schreiben,
Schrift,
Wissen
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